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28. Juni 2026

Drei Fragen an deine Merch-Produktion.

„Kurze Transportwege" steht überall. Folge einem T-Shirt von der Faser bis zum fertigen Stück — plus drei Fragen, die mehr verraten als jedes Label.

„Kurze Transportwege" steht heute auf fast jeder Merch-Website. Klingt gut. Aber ein Weg sagt wenig aus, solange man ihm nicht wirklich folgt.
Also folgen wir einem — von der Baumwollfaser bis zum fertigen Kleidungsstück. Am Ende stehen drei Fragen, die mehr über die Herkunft eines Produkts verraten als jedes Label.

Ein T-Shirt entsteht nicht an einem Ort.

Ein schlichtes T-Shirt hat eine längere Geschichte, als es aussieht. Verfolgen wir eines von Anfang an.
Es beginnt als Baumwollfaser, die in eine Spinnerei geht — dort wird sie gereinigt, gekämmt, gestreckt und zu Garn gesponnen. Das Garn geht weiter in eine Strickerei, wo es auf Rundstrickmaschinen zu Jersey-Stoff verstrickt wird. Zu diesem Zeitpunkt ist er noch roh und cremeweiss: Rohware, ohne Farbe.
Dann kommt die Färberei — der chemieintensivste Schritt von allen. Der Stoff wird zuerst gereinigt und vorbereitet, damit die natürlichen Wachse und Öle ausgewaschen werden. Danach wird er in grossen Maschinen gefärbt, Charge für Charge, über mehrere Stunden. Hier wird der Stoff auch vorgeschrumpft und weich gemacht, damit das fertige Shirt nach dem Waschen Farbe und Form behält.
Erst jetzt wird daraus ein Kleidungsstück. Der Stoff wird ausgelegt und in Schnittteile geschnitten, dann zusammengenäht — Schultern, Seiten, Ärmel, Kragen. Gibt es ein Logo, wird es an dieser Stelle gedruckt oder gestickt. Zum Schluss folgen Bügeln, Qualitätskontrolle, Falten und Verpacken.
Spinnerei, Strickerei, Färberei und Konfektion sind meist eigenständige Betriebe — manchmal in verschiedenen Orten. Aus Faser Stoff zu machen und aus Stoff ein Kleidungsstück, das sind zwei verschiedene Industrien. Bevor also ein einziges Shirt verpackt wird, war es bereits zwischen mehreren Spezialbetrieben unterwegs.
Wenn von „kurzen Transportwegen" die Rede ist, ist meist dieser Abschnitt gemeint — die Herstellung. Unserer bleibt in einem engen Cluster von Betrieben im Norden Portugals, wo diese Schritte nah beieinander liegen. Aber das ist immer noch nur ein Teil der Karte.

Die längste Etappe ist meist die leiseste.

Hier der Teil, den die meisten Geschichten überspringen: „Made in Europe" beginnt oft erst beim Stricken oder Nähen. Die Baumwolle selbst — Faser und Garn — war meist schon unterwegs, bevor das europäische Kapitel anfing.
Das ist kein Skandal. So funktionieren textile Lieferketten, und kaum eine Kette ist über die ganze Strecke sauber. Entscheidend ist, ob ein Betrieb weiss, wo seine Kette tatsächlich beginnt — und das auch sagt, statt ein Label die ganze Geschichte erzählen zu lassen.
Wir tun nicht so, als könnten wir jede Faser bis aufs Feld zurückverfolgen. Aber wir wissen, wo unsere Produktion steht und wer dort arbeitet — und wir können den Punkt benennen, an dem die Kette für uns wirklich beginnt.

Und dann muss es noch in die Schweiz.

Das ist die Etappe, die fast alle vergessen: Ist alles fertig, muss die ganze Charge noch von Portugal in die Schweiz — knapp 2'000 Kilometer über die Strasse.
Das geht auf zwei Arten. Per Flugzeug ist die Ware fast am nächsten Tag da — schnell, mit deutlich höheren Emissionen. Oder über Land: Wer die Belastung tief halten will, wartet eher ein bis zwei Wochen.
Wir warten lieber die ein bis zwei Wochen. Bei einem „kurzen" Weg ging es nie um Tempo — sondern darum, die Variante zu wählen, hinter der man stehen kann, auch wenn sie langsamer ist.

Die drei Fragen.

Du musst niemandem einfach glauben — uns eingeschlossen. Wenn du verstehen willst, wo ein Merch-Produkt wirklich herkommt, erledigen diese drei Fragen den grössten Teil der Arbeit:
  • wo wird gestrickt, gefärbt und genäht? (ein Ort, nicht nur ein Land)
  • woher kommt die Baumwolle?
  • wie kommt es tatsächlich zu dir?
Keine davon ist eine Fangfrage. Sie verschieben das Gespräch nur vom Label zur echten Reise — und genau dort lernt man meistens etwas.

Du fragst dich, wo dein eigener Merch herkommt?

Wir zeigen dir gerne Schritt für Schritt, wie deine Produkte tatsächlich entstehen — und sagen ehrlich, was wir nachverfolgen können und was nicht.

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Alina

blaenk studio